Geschichte der Stadt
Vor mehr als 800 Jahren, wurde das sog. Gebiet „Na políčkách“ erstmals schriftlich erwähnt. In diesem Gebiet ließ der böhmische König Premysl Otakar II. im Jahre 1265 eine Stadt, als wichtiger Stützpunkt seines Königreiches, errichten. Diese Stadt erhielt den Namen Policka. Schon in der ersten Hälfte des 14. Jhs. wurde die Stadt ausgepflastert. In der Mitte des Marktplatzes wurde ein gotisches Rathaus gebaut. In diesem Zeitabschnitt wurde mit dem Bau der Stadtbefestigung angefangen, welche die Stadt vor Angriffen der fremden Soldaten schützte.
An die Stadtmauern knüpft sich eine mittelalterliche Sage. Die Sage erzählt, dass die Stadt Policka von Jan Zizka belagert wurde. Die Stadt wollte sich aber nicht ergeben und so entschloßen sich die Hussiten, die Stadtverteidiger auszuhungern. Als es am schlimmsten war, griffen die Stadtbürger als letzen Ausweg zu einer List. Sie stopften die letzte Sau mit Hirse aus und warfen sie über die Stadtmauern zum Zeichen des reichlichen Proviants der in der Stadt noch vorrätig sei.
Die List gelang, die Hussiten marschierten ab und die Stadt wurde gerettet. Unter die Sonderrechte der mitgiftigen Königsstadt gehörte auch die Anwendung des Meilenrechtes, der Brauberechtigung und des kehlen Rechtes. Diese Rechte wurden vom Herrscher bestätigt und sie belegten die damalige Bedeutung von Policka im Königreich Böhmen.
In der 2. Hälfte des 16. Jhs. verlief der Renaissanceumbau der ganzen Stadt. Aus dieser Zeit ist aber nur das St. Michaelkirchlein erhalten.
Im 17 Jhdt. Wurde die Stadt durch einen großen Brand im Jahre 1613 stark zerstört. Während des dreißigjährigen Krieges wurde Policka fast entvölkert.
Als goldene Zeit der Bürgerschaft von Policka wird das 18. Jh. Bezeichnet. In dieser Zeit gehörte Policka zu den führenden böhmischen Ausstellungsstädten. Damals wurde die Pestsäule auf dem Marktplatz (1727 – 31) als Dank dafür gebaut, dass die Stadt im Jahre 1713 von der Pest verschont blieb.
Jirí Pacák fertigte die Statuen, welche die Säule schmücken. Er errichtete auch die Statuen auf dem Stadtbrunnen. Damals wurde auch das barocke Rathaus an der Stelle des ursprünglichen gotischen Rathauses erbaut (1739 – 44).
Eine der größten Dominanten der Stadt ist die im neugotischen Still gebaute St. Jakobkirche (1853 –65) nach dem riesigen Brand im Jh. 1845, der die ursprüngliche Kirche zerstörte. Im Turm der Kirche wurde eine Kammer für “Wächter gegen Feuer” eingerichtet, wo im Jahre 1890 der weltbekannte Komponist Bohuslav Martinu geboren wurde. Zu seiner Inspiration wurde die Stadtatmosphäre und auch fesselnde Landschaft, die er während seiner ganzen Kindheit aus der Höhe seines Geburtszimmers beobachtete.
Der einzelnen Merkwürdigkeiten sind die ausgeschnittenen klassizistischen Haustore nach dem Brand der Stadt geworden. Die Sammlung der Toren gehört zu den seltensten Beispielen der tschechischen, künstlerischen, tischlerischen Arbeit im Klassizismus.
Zu Policka gehört die nahe frühgotische Burg Svojanov, der einst romantische Sitz von Königin Kunhuta und Ritter Zavis von Falkenstein.